Vorhang auf für den 2. Akt des Bonner Militärtheaters

Endlich! Es ist wieder soweit. Der 2. Akt des bekannten Dramas „der Soldat und sein Schiessplatz“ wird am 27.7 mit jetzt noch mehr Schauspieler*innen im Bonner Amstgericht, der neuen Spielstätte des Magdeburger Militärtheaters uraufgeführt.

Wir erinnern uns:

Im ersten Akt wurde dem in der Hauptrolle wirkenden Dieter R. vorgeworfen, auf dem Gefechtsübungszentrum bei Magdeburg einem der größten Truppenübungsplätze Europas, herumgelaufen zu sein.

Die Aufführung musste seinerzeit abgebrochen werden, da die in den Nebenrollen wirkenden Zeugen Haupt- und Stabsfeldwebel Zedler und Lieberknecht die falschen Texte aufsagten, und sich  gar nicht dazu äußern konnten, wo und wie denn nun der Dieter R. auf das Gelände kam.

Pech für den in einer weiteren Nebenrolle wirkenden Richter Fühling: An die ihm von der Regie zugedachten Rolle, den Hauptdarsteller zu verurteilen, war so nicht mehr zu denken.

So blieb ihm nur –  eines Schauspielers eher unwürdig –  sich an einzelnen Beifallsbekundungen aus dem Publikum zu ereifern.

Nun aber scheute die Justiz scheute weder Kosten noch Mühe, das Ensemble, das normalerweise in der Sachsen Anhaltinischen Pampa seine Theaterstückchen aufführt, mit noch umfangreicherer Personalbesetzung nach Bonn zu holen.

Gleich 4 Polizeischauspieler werden aufgeboten, um mit ihrem Gefasel der Dichtkunst des Richters auf die Sprünge helfen. Der soll dann in seinem Schlußorakel das zutiefst gesetzwidrige Verhalten des Magdeburger Spaziergängers entlarven. Man darf gespannt sein, ob die Soufleure aus dem in Bonn beheimateten Amt für Dienstleistungen der Bundeswehr diesmal ganze Arbeit leisten.

Allerdings: Ob die Polizeischauspieler und der Hauptdarsteller überhaupt vor Ort waren, und was es überhaupt für ein Ort war… ob es eher ein Herumlaufen in Feld, Wald und Heide war oder aber das Eindringen in einen Militärkomplex, … die Zuschauer*innen dürfen gespannt sein.

Höhepunkt wird sicher sein, wie der Nebenrollenrichter die Frage einer justiziellen Aufarbeitung der Frage, ob im Gefechtsübungszentrum kriegerische Angriffe in Afghanistan, Syrien, Irak und Mali vorbereitet werden, umschifft.

Und ob er es seinen NebenrollenkollegInnen gleichtut, die in Parallelaufführungen des  Militärtheaters inzwischen schon 7 weitere Hauptdarsteller verurteilten, weil Begehungen von Militärgebieten untaugliche Mittel seien, um Vorbereitungen für rechtswidrige Angriffskriege zu verhindern.

Soviel aber steht jetzt schon fest:

Die Zuschauer*innen erwarten tiefe Einblicke in die Zusammenarbeit des militärisch justiziellen Komplexes. Und man darf gespannt sein, ob auch hier, wie schon im März das Publikum von der Methode des Theaters der Unterdrückten Gebrauch machen wird, und der Richter, wie damals geschehen, wieder die Nerven verliert und Ordnungsmaßnahmen gegen Zuschauer verhängt.

 

Am 27. Juli 13:30 im Bonner Amtsgericht, Saal 2.08 

Eintritt frei 

‚War starts here‘ Camp 2017 und Prozesse vorm Bonner Amtsgericht

Seit mehreren Jahren diskutieren im ‚war starts here‘ Camp in der Nähe des größten europäischen Truppenübungsplatzes GüZ bei Magdeburg eine Woche lang viele unterschiedliche Menschen gemeinsam über Kriege und deren Vorbereitung. Es wird versucht, die Lage zu durchschauen, die Zusammenhänge zu analysieren und gegen diese Militärmaschine auch praktisch aktiv zu werden. Auf dem GüZ werden NATO-SoldatInnen in einer durchaus angreifbaren Art und Weise mit den hochtechnologischen Mitteln des Rüstungskonzerns Rheinmetall fit gemacht, um weltweit kapitalistische Interessen mit Krieg und Aufstandsbekämpfung durchzusetzen.

Dass das Militär nicht aufgrund unserer Aktionen sofort aufgibt, ist klar und auch erwartbar. Wurmen tut sie es trotzdem und seit einigen Monaten laufen vor dem Bonner Amtsgericht, das bundesweit zuständig ist für Bußgeldverfahren die ersten Verfahren wegen Betretungen von Militärgelände. Das Militärensemble hat dafür passender weise auch gleich die richtigen Richter am Start, die ganz im Sinne der Militärs Verurteilungen am Fließband produzieren.

Aber nicht immer klappt alles am Schnürchen, mal fehlen die Zeug*innen, mal werden die falschen geladen, mal läßt ein völlig überforderter Richter schon mal nen Zuschauer mit Gewalt aus dem Saal räumen umd manchmal schaffen es antimilitaristische Statements und Kritik an den Angriffskriegsvorbereitungen im GÜZ auch vom Gerichtsssal in die Presse.

Ein Besuch eines solchen Gerichtsprozesses (siehe nächste Seite) bietet eindrucksvolle Erkenntnisse über den in deutschen Richterstuben wehenden Mief aus Staatsräson und Militärakzeptanz. Na und wer mag, hat denn auch gleich die Möglichkeit, dies auch mal ordentlich zu kritisieren.

Auf der

Infoveranstaltung am Sonntag, 23.07. ab 20 Uhr im Oscar Romero Haus in Bonn

wird es weitere Infos zu den Bonner Prozessen und zum diesjährigen ‚war starts here‘ Camp geben, dessen thematischer Schwerpunkt vom letzten Jahr (Krieg. Macht. Flucht.) nun um die Entwicklung antifaschistischer und antirassistischer Perspektiven erweitert wird, um die nach dem Ende des Sommers der Migration zu verspürende Ohnmacht gemeinsam zu durchbrechen. Das Camp wird wieder in unmittelbarer Nähe zum GüZ stattfinden und zwar vom 31. Juli bis zum 6. August 2017.

Mehr Infos unter: war-starts-here.camp

Schrauber*innen gesucht für die Fahrradwerkstatt

—SCHRAUBER*INNEN GESUCHT !—

Wir, das Team von der Werke (selbsthilfe-Fahrradwerkstatt im Oscar Romero Haus) helfen die Besucher*innen der Werkstatt in ihren Fahrradreparaturen und Bauvorhaben, und dies ehrenamtlich (Spenden nehmen wir gern an) jede Woche seit 4 Jahren!
Leider verlässt uns eine Mitschrauberin im Sommer, also wenn du Lust hast, einmal der Woche (oder weniger oft) Menschen bei der Reparatur zu unterstützen und viel zu lernen, komm gern vorbei oder schreib uns an! (rad-im-eimer@lists.posteo.de)

Wir freuen uns auf dich!

Zweites Fahrradkino

Die DIY-Fahrrad-Werkstatt im Oscar-Romero-Haus lädt ein zum 2. Fahrrad-Filmabend. Am 30.05. zeigen wir einen Dokumentarfilm, der das Verhältnis zwischen dem Fahrrad und dem Auto als vorherrschendem Verkehrsmittel in den Städten thematisiert. Der Film geht der Frage nach, wie lebenswerte und nachhaltige Städte gestaltet sein müssen und welche Rolle das Fahrrad bzw. der Radverkehr dabei spielt. Es werden  Aktivisten aus verschiedenen Ländern porträtiert, die sich für das Fahrrad als Fortbewegungsmittel einsetzten. Dabei führt der Film nach Brasilien, die USA sowie Kanada und zeigt mit einem Ausblick auf Kopenhagen, wie eine fahrradfreundliche Stadtplanung aussehen kann.

Im Anschluss an die reguläre Öffnungszeit der Werkstatt von 17-20 Uhr geht es um 20.30 Uhr mit dem Film weiter. Der Eintritt ist umsonst, Getränke gibt es gegen Spende.

Fahrradkino im Oscar-Romero-Haus am 25.04.

Die DIY-Fahrrad-Werkstatt im Oscar-Romero-Haus lädt ein zum Fahrrad-Filmabend! Am 25.04. zeigen wir einen Film über die Tour du Faso, dem wichtigsten Radrennen Afrikas. Der Dokumentarfilm porträtiert den wilden Ritt der Athleten über staubige Pisten in der sengender Hitze Burkina Fasos. Neben dem schweißtreibenden Wettbewerb der afrikanischen und europäischen Starter um den Gesamtsieg wird allgemein die Ästhetik des Radsports eingefangen. Zudem punktet der Film durch tolle Landschaftschaufnahmen.

Im Anschluss an die reguläre Öffnungszeit der Werkstatt von 17-20 Uhr geht es um 20.30 Uhr mit dem Film weiter. Der Eintritt ist umsonst, Getränke gibt es gegen Spende.

„Tanz in den Mai“ Party im Romerohaus

Seit vielen Jahren ist es Gang und Gebe, dass viele viele Menschen zur „Tanz in den Mai“ Party ins Oscar-Romero-Haus kommen um dort ausgiebig zu tanzen. Wir als Hausbewohner*innen lieben diesen Abend und geben uns gemeinsam mit ganz vielen anderen Menschen große Mühe, dass nicht nur die Musik und die Deko stimmen sondern auch die Stimmung.

In den letzten Jahren haben wir leider feststellen müssen, dass uns die Party ein wenig zu groß geworden ist, was vor allem an der Vielzahl der Menschen liegt, die auch ganz ohne Werbung zur Feierei kommen. Und mit ihnen manchmal auch etwas zu viel Alkohol und aufgeheizte Stimmung; ganz abgesehen von der langen Schlange von auf Einlass wartenden Personen auf der Straße, was in der Vergangenheit auch eher zu Missmut unter unseren Nachbar*innen geführt hat.

Lange haben wir debattiert, wie wir die Nacht auf den ersten Mai in diesem Jahr gestalten können, damit sie sowohl für die Tanzenden also auch für die Musizierenden und die Organisierenden zu einem rundum schönen Erlebnis wird.

Dazu gibt es zwei Neuerungen:

Zum Einen wird es in diesem Jahr mindestens ein Live-Konzert geben – dazu beginnt die Party schon um 21 Uhr und es lohnt sich sehr dazu auch schon da zu sein!

Zum Anderen werden wir in diesem Jahr, ausschließlich im Vorfeld und zwar ab dem 03. April Karten für die Party freigeben. Heißt: nur wer am Abend eine Karte hat, kann auch zur Party kommen.

Und wie das Ganze?

Wie üblich werden die Karten gegen Spende von 3 bis 6 EURO an euch weitergeben. Zu erhalten sind sie bei uns im Romero Haus und zwar

Montags 18 – 20 Uhr

Dienstags zur Fahrradwerke 17 – 20 Uhr

Donnerstags 17 – 20 Uhr (und wenn Küfa ist auch solange die Kneipe offen
ist)

Wenn ihr überhaupt keine Möglichkeit habt, euch die Karten während dieser Zeiten zu besorgen, dann schreibt eine Mail an maiparty@oscar-romero-haus.de und wir machen einen Termin aus oder fragt eine*n Bewohner*in des Hauses.

Das alles ist ein Versuch. Wir hoffen, dass sich Menschen dadurch nicht abgeschreckt fühlen und wir dennoch einen tollen gemeinsamen Abend verbringen können in einer Atmosphäre, die von ausgiebigem Tanzen und gegenseitiger Achtsamkeit geprägt ist.

Mit lieben Grüßen,

die Organisierenden der „Tanz in den Mai“ Party

Nähcafé Donnerstag 30.03.17, 14 bis 18Uhr

Hose kaputt? Lust, selber mal was zu schneidern oder irgendwas aus diesen geilen Stoff zu machen? Oder einfach mal in netter Gesellschaft ein Käffchen zu trinken? Dann bist du willkommen zu unseren Nähcafé! Wir haben ein paar Nähmaschinen und -zubehör, Stoffreste und ein bisschen Erfahrung. Kaffee und Tee gibt es vor Ort, du kannst dann dein Zeugs mitbringen, deine eigene Nähmaschine auch, ein Kuchen ist immer schön… Und dein/e Kind/er sind auch herzlich willkommen! Jemand wird sich vor Ort um die kleinen kümmern! Wir werden je nach Wetter auf den schönen Dachboden sein oder in den sonnigen Garten!

Hier ist die Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/1738218313155065/

Wir freuen uns auf dich!

PS: am Sonntag 9.4. gibt es schon den nächsten Termin!

El Salvador: 25 Jahre Friedensvertrag – 25 Jahre Frieden?

Diskussion am Mittwoch, 22.3.2017, 19.30Uhr
Oscar Romero Haus Bonn, Heerstraße 205, 53111 Bonn

Der Bürgerkrieg in El Salvador wurde vor 25 Jahren mit einem Friedensabkommen beendet.Das am 16. Januar 1992 unterzeichnete Abkommen beendet zwar den Krieg nicht aber die sozialen, politischen
und wirtschaftlichen Ursachen die zu seinem Ausbruch geführt hatten. 1993 wurde ein generelles Amnestiegesetz verabschiedet. Seit dem gab es, trotz Wahrheitskommission die 95% der Verbrechen
gegen die Menschlichkeit während des Bürgerkrieges der Armee und Paramilitärs zur Last legt, keine juristische und kaum gesellschaftliche Aufarbeitung der Verbrechen. Dieses Gesetz wurde 2016 als verfassungswidrig erklärt.

Mit unserem Gast dem ehemaligen Ombudsmann für Menschenrechte in El Salvador, David Morales wollen wir über die 25 Jahre Frieden diskutieren. Wie sieht heute die Auseinandersetzung mit den Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bürgerkrieges aus? Was hat sich verändert seit das Amnestiegesetz nicht mehr gilt? Welche Rolle spielen die Archive u.a. der Wahrheitskommission?
Welche Auswirkungen hat die Schließung 2013 von Tutela Legal und somit der Archive durch den Erzbischof? Was bedeutet die andauernde Haltung der kath. Kirche die Archive unter Verschluss zu halten? Wie sollen mit den Verbrechen gegen die Menschlichkeit die während des Bürgerkrieges verübt
wurden umgegangen werden in einem Frieden mit der höchsten Mordrate weltweit? Wie soll in Zukunft mit Menschenrechtsverbrechen umgegangen werden?“

Herstellung Prähistorischer Bögen und Pfeile aus Naturholz

Back to the Roots

Ein Workshop-Projekt im Bereich Experimenteller Archeologie

Herstellung Prähistorischer Bögen und Pfeile aus Naturholz

bowmaking_project_orh_example

Seminarleiter:

Hossein Monzavi

Sankt-Augustiner Str. 35, 53225 Bonn . 017656842521 . hmonzavi24@gmail.com

Veranstaltungsort:

Oscar-Romero-Haus, hinteren Kellerraum (Holzwerkstatt)

 

Bei Interesse meldet euch bitte bei Hossein oder kommt zum regelmäßigen Termin, jeden Mittwoch ab 15Uhr bis abends! Falls ihr schon ein passenden Holzstück mitbringt ist es sehr schön, sonst hilft euch auch Hossein, was zu finden!

 

Projektziele

Die Teilnehmer sollen lernen, wie ein Bogen aufgebaut ist und wie er funktioniert.

Die Teilnehmer sollen die notwendigen Materialien benennen können.

Die Teilnehmer sollen lernen, wo sie die notwendigen Materialien schonend für die Natur und das Material beschaffen können.

Die Teilnehmer sollen verschiedene Techniken der Materialverarbeitung lernen und ausführen können.

Die Teilnehmer sollen eine feinere Motorik und ein tieferes Gefühl für Proportion und Symmetrie entwickeln.

Die Teilnehmer sollen in der Lage sein, aus einer Distanz von 10 Metern einen Pfeil instinktiv schießen zu können.

Die Teilnehmer sollen durch Gemeinschaftsarbeit ihre soziale Fähigkeiten und Teamfähigkeit verbessern können.

Die Teilnehmer sollen einen tieferen Verständnis des eigenen Körpers als Teil der natürlichen Umgebung entwickeln können.

Projektabschluss

In geseliger Runde schiesset jeder Teilnehmer mindestens 12 Pfeile aus seinem/ihrem Bogen. In der Runde reflektiert jeder Teilnehmer seine Erfahrung mit dem Workshop vom Anfang bis zum Ende. Anschliessend Ausklang mit Kaffe und Kuchen und Gitarre am Lagerfeuer. …

Ende offen!

 

Warum Zurück zu den Würzeln?

In der Modernen Gesellschaft sind viele ursprüngliche Errungenschaften und Fähigkeiten des Menschen verloren gegangen, die sich durch Jahrtausende schrittweise Entwicklung ausgebildet haben. Der prähistorische Mensch als Homo Sapiens hatte keine Natürlichen Werkzeuge wie Klauen und scharfen Zähne und keinen natürlichen Schutz gegen äußeren Einflüsse wie Dicke Haut und Fell, deswegen war er gezwungen zu lernen, Werkzeuge zu entwickeln und zu benutzen, um seine tägliche Bedürfnisse wie Nahrung, Kleidung und Schutz zu decken. Er verwendete einfache Werkzeuge, um immer kompliziertere zu entwickeln. Dies setzte einen Lernprozess über die eigenen Körperproportionen und Materialien in der natürlichen Umgebung voraus, also ein ganzheitliches Wissen, Wodurch er sich in seine natürliche Umgebung eingliedern konnte und es an die neueren Generationen weitergegeben hat, die wiederum dieses Wissen immer verfeinert haben.

Heute ist diese Entwicklung soweit fortgeschritten. Die Wissensbereiche sich sehr fein gegliedert, so dass man nicht mehr von Ganzheitlichkeit sprechen kann. Die Beziehung des Menschen zu seiner natürlichen Umgebung geht immer weiter verloren. Als Teil seiner umgebenden Natur aber hat er vor allem das Bedürfnis, diese Umgebung nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch zu erfassen, dieser Aspekt fehlt dem modernen Menschen aber zunehmend. Körperliche Ausgleichsmöglichkeiten wie verschiedene Sportarten werden immer mehr von technisch sehr aufwändigen und teueren Gerätschaften abhängig, so dass sie für einen großen Teil der Gesellschaft nicht mehr erschwinglich sind. Daher fehlt dem modernen Menschen zunehmend dieser Ausgleich als Voraussetzung für seine tägliche Motivation, körperlich-geistige Gesundheit und seine Ensatzfähigkeit.

Eine Rückbesinnung des heutigen Menschen zu seiner Natur und Verständnis von sich als Teil dieser Natur ist deswegen notwendig. Die Wiederbeschaffung dieser Fähigkeiten dienen zum körperlichen Ausgleich, zu besserem Verständnis von Sich selbst und Natur als Ganzheit und zum bewussteren Umgang mit den umgebenden Ressourcen.

Warum Bogenbau?

Pfeil und Bogen ist eine der frühesten Erfindungen der Menschlichen Entwicklungsgeschichte, die auf ca. 20000 Jahren zurückgeht. Archäologen haben in ihre Forschungen gezeigt, wie diese Erfindung zu einem großen kognitiven Sprung der Menschheit beigetragen hat, allein aus dem Grund, dass die Herstellung eines funktionierenden Bogens die Kenntnis über Mehrere organischen und mineralischen Materialien und deren Verarbeitung voraussetzte, ferner der Prozess der Herstellung eines Bogens zur Entwicklung einer sehr feineren Motorik führte, außerdem der Praxis des instinktiven Schießens zu einem feineren, besseren Hand-Auge-Koordination geführt hat.

Im Prozess der Herstellung eines primitiven Bogens, wobei hier das Wort Primitiv nicht als grob und hässlich, sondern als ursprünglich verstanden werden sollte, kann der heutige Mensch alle diese Kenntnisse über diese organischen und mineralischen Materialien wieder erlangen und bei der Beschaffung dieser Materialien seine Erfahrung und Kenntnis der natürlichen Umgebung vertiefen. Besonderes bei jungen Menschen ist diese Erfahrung prägend. Der Herstellungsprozess beinhaltet verschiedene Techniken der Materialverarbeitung, die die handwerklichen Fähigkeiten des Menschen steigern, Bei der Ermittlung der Zuglänge und Bogenlänge, die zu den eigenen Körperproportionen passen sollen, lernt er seinen Körper tiefer kennen und im Prozess der Feinbearbeitung verbessert er seine Feinmotorik. Während der Praxis des Schießens verbessert er seine Hand-Auge- Koordination. Diese tiefer gehende ganzheitliche Erfahrung mit seinem eigenen Körper und der umgebenden Natur ist für ihn ein guter Ausgleich zum Stress seiner modernen Lebensweise. Bei jungen Menschen, die gerade durch die technischen Errungenschaften des modernen Lebens zunehmend die Beziehung zu ihrer Natur verlieren stellt diese Tätigkeit außer großem Spaßfaktor einen guten Ausgleich zu ihrem vom elektronischen Medien dominierten Alttag dar.

 

Projektbeschreibung

Physik des Bogens

In dieser Projektphase lernen die Teilnehmer, wie die Bogenarme Energie speichern und abgeben, wie die Kräfte sich auf dem Rücken und Bauch des Bogens verteilen, und wie damit in Bezug auf den Bogendesign umzugehen ist, so dass diese Verteilung optimal die Kräfte in den Pfeil überträgt.

Bogenholzsuche

In diese Phase lernen die Teilnehmer, welche Holzarten für den Bogenbau geeignet sind, wo sie zu finden sind und wie sie schonend für die Umwelt und das Material gesammelt werden und zu Rohlingen verarbeitet werden können.

Grobbearbeitung und Bodentiller

In dieser Phase bringen die Teilnehmer den Bogen grob in Form, und Reduzieren die Stärke der Bogenarme soweit, dass sie sich anfangen zu biegen, wenn das eine ende auf dem Boden gelegt und in die Mitte gedruckt wird.

Sehnenbau

Ab diesem Punkt braucht der Teilnehmer eine Sehne für den Bogen, die anfangs die Länge des Bogens entspricht und durch einen Bogenbauer-knoten nach und nach im Prozess der Feinbearbeitung justiert werden kann. Die Teilnehmer lernen, wie sie eine Sehne herstellen.

Feinbearbeitung und Feintiller

In dieser Phase lernt der Teilnehmer, wie der Bogen letztendlich feiner bearbeitet und nach und nach dazu gebracht wird, sich mit dem angestrebten Zuggewicht in der angestrebten Länge gleichmäßig zu biegen, so dass die Kräfte optimal verteilt und optimal in den Pfeil abgegeben werden.

Finishing

Die Teilnehmer lernen in dieser Phase, wie der Bogen und Sehne durch Fett und Bienenwachs wetterfest gemacht und je nach persönlichem Geschmack dekoriert werden kann.

Pfeilbau

Der Pfeil ist eine sehr wichtige Komponente des Pfeil und Bogens, mit einem zum Zuggewicht unpassenden Pfeil trifft man immer daneben, gleich wie gut der Bogen die Kraft in den Pfeil überträgt. Hier lernen die Teilnehmer wie sie den Pfeil herstellen und dieser für den eigenen bogen optimieren.

Instinktives Schießen

In dieser Phase lernen die Teilnehmer, wie sie mit der Praxis der Hand-Auge- Koordination ohne Visier und anderen Hilfsmittel den Pfeil relativ genau aus einer Distanz von 10 Metern ins ziel bringen können, der Schussdistanz kann dann durch eigenen Praxis später vergrößert werden.

Nähcafé und Upcycling Workshop im LiZ!

Sonntag 19.06. ab 14Uhr.

(in english below)

Wir wollen zusammen lieblingsstücke flicken, reparieren, verschönern, oder auch neue Sachen kreieren! Es stehen ein paar Nähmaschinen, Garn und Stoffe zu Verfügung. Wir können uns gegenseitig unterstützen und dabei alle ein bisschen dazu lernen!!
Tee und Kaffee kochen wir auch. Schön wäre es, wenn Du Kuchen oder was süßes zum knabbern mitbringst! Und natürlich alles, was du mit den anderen teilen willst!

Wir werden nicht nur nähen sondern auch basteln und recyclen mit gebrauchte Materialien. Open Globe bietet im gleichen Raum ein Upcycling-Workshop, bei den Du z.B. lernen kannst, aus Papier schöne Körbe zu flechten!

Also pack deine Bastel-Laune und die kaputte Sachen, die bei dir im Zimmer rumliegen, von den du dich aber nicht trennen willst, und lass uns die Sachen ein zweites Leben geben!

Wir freuen uns auf Dich!

(Adresse ist die Rathausgasse 6. Sei dir bewusst, dass das LiZ ein besetztes Ort ist!)

***

Sewing together and Upcycling-Workshop, Sunday 19th June from 2 p.m. on in LiZ!

We want to repair or improve our favorite clothes and why not, create new ones! We provide some sewing machines, thread and fabrics. We can help ourselves so that everybody can learn something out of it! We will prepare some tea and coffee. It would be wonderful if you could bring some cake or sweet stuff! Also bring everything you’d like to share with other people!

We’ll not only sew but also do handicrafts and recycling with second-hand stuff. Open Globe offers an Upcycling-Workshop at the same place, where we can e.g. learn how to make baskets out of old newspaper!

So let’s pack your handmade-mood and all the old things that you can’t get rid of because you still love them, and let’s give them a second life!

We are happy to see you there!

(Adress ist Rathausgasse 6. Please be aware of the fact that this place is a squat.)

nähcafé_upcycling2