In Erinnerung an Martin Huthmann

Martin Huthmann – der Gründer des Oscar Romero Hauses – ist am 8.  Februar 2019 im Alter von 87 Jahren gestorben. Martin lebte seit 1983 in Brasilien, wo er als Pfarrer tätig war.

Er war in all den Jahren immer wieder bei uns zu Besuch und deshalb auch den jüngeren Bewohner_innen bekannt und freundschaftlich verbunden. Sein letzter Besuch war im Frühjahr 2018 anlässlich des sechzigjährigen Jubiläums seiner Priesterweihe.

Mit Martin geht ein unermüdlicher Streiter für eine bessere Welt, der uns bis zuletzt durch seine Bereitschaft und Fähigkeit zu lernen und die eigenen Positionen in Frage zu stellen, beeindruckt hat.

Einen schönen Artikel über Martin haben die Freund_innen der ILA veröffentlicht: http://www.ila-web.de/ausgaben/423/ein-radikaler-christ

Ein selbtsgebautes Lastenrad für das Oscar-Romero-Haus und die Nachbarschaft!

Seit diesen Herbst haben wir ein eigenes Lastenrad, das den Bewohner*innen, Freund*innen und Nachbar*innen des Oscar-Romero-Hauses zu Verfügung steht.


Das Bonner Velowerft-Projekt

Unser blaues Lastenrad ist im Rahmen eines Bonner Projekts entstanden: Der Velowerft. Ziel dieses Projekts ist die Förderung von gemeinschaftlich gebauten und genutzten Lastenrädern in Bonn. Bestehende Nachbarschaftsprojekte und Initiativen stellen hierfür eine wichtige potentielle Nutzergruppe dar, die sich gegenseitig motiviert und eine gute Auslastung der Cargobikes bewirkt. Gleichzeitig erfüllen sie nach außen hin die Funktion eines Multiplikator für alternative Lastentransporte.

Das Projekt Velowerft wurde von aktiven Mitglieder*innen von Bonn im Wandel initiert. Gefördert wurde es durch Mittel aus dem Programm “Kurze Wege für den Klimaschutz”.

Was haben denn Lastenräder mit Klimaschutz zu tun?

(aus der Webseite https://bonnimwandel.de/velowerft-neu/)

In Ballungszentren ist jede zweite Autofahrt heute kürzer als fünf Kilometer. Untersuchungen fanden heraus, dass grundsätzlich 25 Prozent aller motorisierten Fahrten nur relativ leichte Last befördern und somit auf das Rad verlagert werden könnten. Lastenräder können gerade in Verbindung mit Elektroantrieb viele Pendler zum Umstieg aufs Rad bewegen. Der vermehrte Einsatz von Lastenrädern wird somit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung fossiler Energieträger, zum Klimaschutz und für gesündere Umweltbedingungen in Ballungsgebieten beitragen. Die Verfügbarkeit von Lastenrädern bildet hier einen  zentralen Flaschenhals, welcher den stärkeren Nutzen von Lastenrädern behindert. Nur weniger Bürger sind – z.B. aufgrund von Platzproblemen – in der Lage sich eigene Lastenräder anzuschaffen und diese zu nutzen. Das Vorhaben bringt daher unterschiedliche Bonner Nachbarschaften und Initiativen zusammen. Diese beschreiben ihren Bedarf, sind beim Bau beteiligt und organisieren anschließend die Nutzung selbständig. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Verwendung von nachhaltigen Baumaterialien.

Die Bauphase

Insgesamt wurden von den verschiedenen Initiativen 8 Lastenräder gebaut, in 2 Modellen (2- und 3-Rad), mit oder ohne E-Antrieb. Der Konzept und Bau erfolgte vom Frühjahr bis zum Herbst im Rahmen von verschiedene Workshops die im Haus Müllestumpe oder auch in einer Schreinerwerkstatt in Beuel stattfanden. Die Räder wurden komplett von den Menschen aus den verschiedene Initiativen gebaut. Ziel und Sinn vom Projekt war es ja auch, sich austauschen zu können, selber was handwerklich zu lernen und mitbestimmen zu können, wie der Fahrrad am liebsten aussehen sollte.

Unser Rad

Im Oscar-Romero-Haus haben wir das Lastenrad (das noch keinen Namen trägt) schon für verschiedene Zwecke genutzt (Einkaufen, Schleifmaschine abholen, Fahrten zum Baumarkt, etc.) und freuen uns, es auch Bekannte und Nachbar*innen kostenlos zu Verfügung zu stellen. Bei Interesse könnt ihr euch am besten per E-Mail bei uns melden: info@oscar-romero-haus.de

Mit freudigen Grüßen

Eure Romer@s